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Um mal wieder auf wärmere Gedanken zu kommen, habe ich mich mit vier Freunden Anfang Februar auf den Weg nach Südspanien gemacht, genauer gesagt waren wir etwa auf halber Strecke zwischen Malaga und Granada in einem kleinen Bergdorf untergebracht, wo es außer uns, dem täglichen Brot- und Fischlieferdienst und ein paar Senioren eigentlich nix gab.
Aber wir waren ja auch zum Trainieren da und wollten die Unterkunft nur zum Essen/schlafen nutzen.
In der Region gibt es außer endlos weiten Treibhausplantagen und mehr oder weniger ausgebauten Straßen nicht besonders viel, so ist es nicht verwunderlich, dass wir alle Strecken mit unserem Miet-Ducato shutteln mussten. Das ging aber erstaunlich gut, manchmal mussten wir uns aber per Funk zu den Pickup-Points dirigieren. Nach einer Woche hätte man im Heck vom Ducato ein paar Priemeln pflanzen können, genug Dreck war jedenfalls vorhanden;-)
Giaco kannte einige Trails in der Region die wir dann im Laufe der Tage alle mal angesteuert haben.
Am anspruchsvollsten war unser „Hometrail“ nahe Lujar, wir haben aber auch Trails in Granada, Malaga und Orgiva angesteuert. Alle hatten Ihren eigenen Charme und wurden standesgemäß gerockt. Dabei war es in Granada eher freeridemäßig (10 Minuten Abfahrt ohne zu Treten!), die Piste in Lujar war, zumindest abschnittsweise, ein gebauter Downhilltrack und die Strecke in Orgiva erinnerte mich an einen verblockten Singletrail aus den Alpen.
Leider konnten wir nicht die gesamte Strecke fahren, da der obere Teil von Schnee bedeckt war (dabei wollten wir doch dem Schnee aus Deutschland entfliehen…).
Wir wurden aber trotzdem ständig daran erinnert, dass wir uns schon sehr weit im Süden befinden, denn die Vegetation bestand neben der mediterranen, kratzborstigen Macchie (hallo Schienbeine) auch aus Kakteen und Palmen, was neben der oft orangenroten Erde für ein besonderes weit-weg-von-Zuhause-Feeling sorgte.

Leider hat uns das Wetter den Trip ein wenig vermiest, denn die letzten Tage hat es fast ununterbrochen geregnet und irgendwann waren die trockenen Klamotten aufgebraucht. Unser behelfsmäßiger Wäschetrockner bestand aus einer Klappleiter, einem Heizstrahler und einem Ventilator, war aber bereits nach zwei Regentagen überfordert.
Das Highlight am vorletzten Tag war eine Abfahrt, die direkt an unserer Haustür begann und bis zum Meer in Motril führte. Dabei sind wir mit den Rädern nicht nur Abhänge hinuntergeklettert, sondern auch die letzten Kilometer in einem Flussbett bis zum Strand gefahren.
Zum Abschluss gab es dann noch die obligatorische Dusche im (arschkalten) Mittelmeer.
Mitten in der Nacht sind wir dann nach einwöchiger Reise wieder im immer noch verschneiten Deutschland gelandet.
Nach der Rennsaison würde ich gerne nochmal die Trails in Südspanien ansteuern.
Bis bald,
Steven
